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Kalser Namen mit "G" und "K"

  • Gabenle (AHB, PN) urkundlich 1753 Ain Madfleckhl Gabenle; ein Diminutiv zu Gabel (→ Gabl) liegt zwar nahe, aber dazu passt die Wortbildung nicht.
  • Gabl, Obere Gabl (AHB, PN) enthält das deutsche Wort Gabel, in der Toponymie gleichbedeutend wie → Fortsche.
  • Kälberangerle, -peinte (AHB).
  • Kalkkofel (AHB).          
  • Kals (AHB, K 2, PN) urkundlich 1197 Rainardus plebanus de Calce, um 1244 erstmals Kals, später auch Chalts, Chalse, Chalz, Kalls usw. Der Name Kalsist wahrscheinlich auf (alt)slowenisch kalec (< kalьcь, zu slawisch kalъ ‘Kot, Schlamm; Lache, Pfütze; Viehtränke’ bzw. slo­w. kal ‘Kot in Pfützen; flache Vertiefung, in der sich Regenwasser ansammelt, Lache; Viehtränke’ bzw. kaluža ‘(Kot-) Lache, Pfütze’ zurückzuführen. Der Name der Gemeinde kommt vom Namen des Kalser Tales, ursprünglich wohl ein Gegendname; der Kalser Bach fließt in seinem Mittelabschnitt in einem relativ ebenen Gebiet sehr ruhig dahin und sein Bett ist von Lachen und Pfützen begleitet, insbesondere im Frühjahr nach der Schneeschmelze und im Hochsommer nach ausgiebigen Regenfällen oder heftigen Gewittern. – Eine zweite Deutungsmöglichkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass die slawischen Wörter kalъ und kaluža die gleiche Bedeutung haben können wie der in Tirol nicht seltene (ursprüngliche Flur-) Name Lizum (z.B. Axamer Lizum, Aussprache [litsúm], zu romanisch lozza ‘Kot’), etwa ’Kotalm, Kotanger’; mundartlich das Kot [khoat] bedeutet in Tirol überhaupt ‘Lagerplatz des Viehs, wo viel Kot liegt’; der Boden der Viehleger ist bekanntlich überdüngt. In diesem Fall würde der Name Kals mit der Viehzucht zusammenhängen; gestützt wird diese Erklärung durch den Flurnamen → Kaluse, eine ehemalige Viehweide im Bereich zwischen dem Burger und Ködnitztal.
  • Kalser Bach//DaberHöhe/Kees/Törl (III*, IV 641, AHB).
  • Kalser Bärenkogel → Bärenkogel (Kalser).
  • Kalser Tauern (I 92) → Kals u. Tauern.
  • Kalser Törl (K 17) wie vor. bzw. → Törl.
  • Kals-Matreier-Törl (IV 641a).
  • Kalúsbichl, -tal (II*) zu folg.
  • Kalúse (II 277) zu slawisch kaluža ‘Lache, Pfütze, Sumpf’ (→ Kals).
  • Galz (II 279, III 461) wie Golz.
  • Kampele (II 278) wie folg.
  • Kampl (I 93) = ‘kleiner (Berg-) Kamm’.
  • Gamsbalfele (I*), -kogel (I 64), Gamsstelle (I*).
  • Gangsteig (AHB).
  • Ganímitz, Ganímitzkopf (I 65) bei Anich Gamnimitz, urkundlich um 1650 Khanimiz < slowenisch kamenica ‘Steinberg, -bach; steinige Flur’.
  • Ganót (III*, K 17, AHB) < romanisch cornotu ‘großes Horn’(zu lateinisch cornu ‘Horn’).
  • Ganotleiten (III 462) vom Bergnamen Ganot wie vor.
  • Ganotzkogel, -eck, -gruben, -alm, -bach (IV 642) zu romanisch cornaciu ‘hohes Horn’.
  • Ganzebenboden [gans-] (VIII 960) unklar (zu deutsch Gans oder mundartlich ganz ‘schlecht’ + → Ebene + Boden).
  • Kar (VI 834), Kar (Inneres) (VI*) d.i. mundartlich ‘Mulde, Kessel (als Weidegebiet)’.
  • Karlacke (VI 835) Kompositum aus → Kar und → Lacke.
  • Karlan Scharte (IV 643) zu folg.
  • Karle (II 274-276) d.i. mundartlich Karle ‘kleines Kar’.
  • Garten, Garten (Oberer/Unterer) (AHB) zu deutsch Garten, in der alpinen Toponymie auch für Weideflächen u.dgl.
  • Gartental (II 281) wie vor.
  • Gartl, Gartl (Inneres/Oberes/Unteres) (AHB) mundartlich Gartel ‘eingezäunte Bergwiese; zwischen Felsen eingeschlossener Weideplatz’.
  • Gartne (In die) (II 280) → Garten.
  • Kaser (AHB) mundartlich ‘Sennhütte; Almhütte, auf der gesennt (also die Milch weiterverarbeitet) wird’ (Lehnwort aus dem Romanischen, im Detail aber unklar).
  • Kasloch (VI*) natürliche Kältegrube zur Aufbewahrung von Käse u. Fleisch.
  • Gasse (VIII 961) unklar (wegen Aussprache [-a-], also mit reinem a).      
  • Gasser (IX 27) Lagename, zu Gasse ‘Weg zwischen zwei Zäunen’.
  • Gasser Gut/Hube/Wiesen (II 222, AHB) d.i. ‘Gut usw. des vlg. Gasser’ (→ vor.).
  • Gaßlstrog (VII 911) wohl Kompositum aus deutsch Gasse, Diminutiv mund­artlich Gassl + Trog.
  • Kastenbichl (AHB) -eck (II 283), -kees (VIII 962) wie auch der Hohe Kasten nach der Form übertragen von Kasten ‘Schrank; (v.a. auch) Getreide­speicher’. Nicht auszuschließen ist auch ein Zusammenhang mit romanisch costa ‘Rippe’, in der Bergnamengebung ‘Berglehne, länglicher Berg­vorsprung o.ä.’.        
  • Kastner (IX 57) d.i. ‘Verwalter eines Getreidekastens’.
  • Gattle (AHB).
  • Gatzenój (I 66) viell. < romanisch *casinariu ‘Heuschober, Kornhiste, Garbengerüst’.
  • Geane (V 780) wie → Gerner.
  • Gebroinig, -tal (VII 912, AHB) < slowenisch gabrovnik zu gaber ‘Weißbuche’.
  • Kees (K 18) mundartlich Kees ‘Gletscher, Eisfeld’.
  • Keesflecke, - wände (AHB) → vor.
  • Keeswinkelscharte (I 95) → Kees.
  • Kegelstein (VI 836, VIII 963). 
  • Geierspitz(e) (II 284).
  • Geißsteig (V 781) wohl umgeformt < mundartlich gåstaig ‘Weg über Felsen, Steilweg’ (Waldstück, daher kaum ‘Geißsteig’).
  • Geis-, auch Geißwinkel (AHB) [goas-].
  • Gelat (II*) → Gollat.
  • Gelbes Wandl (I 67).
  • Gemeine (V 782) ʻGemeinschaftsweideʼ.
  • Gemeine Pentle (IV 644) → Pentle
  • Gemeiner Garten (IV 645), Gemoanseite (II*).
  • Gemeinkopf (IV 646) → Köpflan.
  • Kendlkopf, Kendlspitz(e) (I 96, IV 647, K 17) zum Flurnamen Kendl, mundartlich für ‘Rinne’, im Hochgebirge für Kare, in die Steinrinnen hinabziehen (romanisches Lehnwort < canalis ‘Röhre, Rinne’).
  • Georgacker (AHB).
  • Geranck (VIII 964) d.i. mundartlich ge-rånkh  ‘Raum, Spielraum zum Arbeiten’.
  • Gereit (V 783) d.i. ‘Geräute, Raut’.
  • Gereitbichl, -steckl  (VI 837) zu vor. (mundartlich stekhl, stikhl ‘steil’).
  • Gereitl(e) (I 190) d.i. ‘Geräutlein, kleine Raut’ (Diminutiv zu Gereit).      
  • Kerer (IX 58, K 15) Lagename, zu deutsch Kehre, mundartlich auch ‘Weide­platz’.
  • Kerer Alm/Beinte/Gut/Hochalm/Wiesen (AHB, II*, IV*) ‘Wiesen des vlg. Kerer’ (→ vor.).
  • Gerner (die, Plural) (I 68) zu mundartlich Ger(e)n ‘spitz zulaufendes Grund­stück; Grashalde zwischen Felsen’.
  • Gerodetes Eine (III*) [gǝrō´dnǝs oane] wohl ʻgerodete Einödeʼ.
  • Geröfle (IV 648) d.i. mundartlich gεrēfle ‘Geröll-, Steinhalde’.
  • Kerschbaumacker (VI 838) d.i. ‘Acker mit Kirschbaum’.
  • Geschgelier [kεškelī´r] (II 285) zu romanisch costa ‘Rippe; Bergvorsprung’, etwa *coste­llaria; die Deutung ‘Burgstall’ (zu romanisch castellu ‘Burg’) scheitert am Anlaut /k-/, da romanisch ka- in Kals zu ča- wird, → Burg.
  • Geschreimete Wand [gštraimete wånd] (VI 839) = ‘gestreifte Wand’ (zu mund­artlich straim ‘Striemen, Farbstrich’).
  • Kesselen (II 286) Plural zum Diminutiv von Kessel ‘Mulde im Hochgebirge’.
  • Kesselkees, Kesselkeessee (II*).
  • Geude [kōdε] (II 287) → Gode.
  • Gießen (Auf der) (III 463), auch Giesen (AHB) wohl zu mundartlich giǝsse ‘träg fließender Bach’.
  • Gilg (AHB).        
  • Gilger† (IX 28) zum Personennamen Aegidius oder Vigilius.
  • Gilger Acker/Gut/Wiese (AHB).
  • Gimme (I 69) → (Grauer) Schimme.
  • Kindrer Wald (III 464) nach einem heute nicht mehr fassbaren Besitzer.
  • Kirchacker (II 288), Oberer/Unterer Kirchacker (AHB).
  • Kirchleite (AHB).
  • Kirchtagscharte (II*).
  • Klamm (AHB), -boden (II*).
  • Klammet (II 289) mundartlich Klammet zu Klamm mundartlich ‘Felskluft, Bachklamm, Felsenenge’.
  • Klammle (IV 649) Diminutiv zu Klamm.
  • Klammsteig (II 290).
  • Klapflen (VI 840) Plural, Diminutiv zu deutsch mundartlich klåpf ‘Fels(stufe)’ < romanisch *klappa- ‘Fels’ (Substratwort).         
  • Glar(er) † (IX 29) Herkunftsname, wie Glor.
  • Glasure (AHB, PL, PN) wie → Eglesure.
  • Glatzbach, -berg, -bichl, -eben, -gang, -mulde (II*) wie folg.
  • Glatzschneid (II 291) wohl zusammengesetzt aus Glatze im Sinne einer ‘kahlen Stelle’ + mundartlich Schneid ‘Höhenkamm, scharfe Kante eines Berggrats, -rückens’.
  • Klausacker, -tal (AHB) wohl zu deutsch Klause ʻStauwerk; enge Stelleʼ.
  • Kleewand [kléwant, -went] (III 465) wohl umgeformt < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’ + -one + -ittu/-uttu.
  • Kleinackerle (AHB).
  • Kleindicker Boden (IV 650) viell. zu mundartlich dik(ke) ‘dicht’.
  • Kleine Hose (IV 651) unklar.
  • Kleines Grübele (IV 652).
  • Kleine Steine (II 292).
  • Kleine Zelense →  Zelense (Große, Kleine).
  • Kleiner Muntanitz → Muntanitz (Kleiner)
  • Kleines Wiesl → Wiesl (Kleines).
  • Kleinschober (VII*, K 17) ‘kleiner Schober’ (→ Hochschober).
  • Gletscher (K 18) ist in Österreich nicht bodenständig (es stammt aus dem Alemannischen und ist ein romanisches Lehnwort, etwa *glacearius zu glacies ‘Eis’), meist → Ferner oder → Kees.
  • Glibe (AHB, AUN, PL) Lehnwort < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’(→ Gliber).         
  • Gliber (IX 30, K 15), Gliber- (V 784) Lagename, zu alt mundartlich → Glibe ‘ansteigender Weg über eine Anhöhe’ (Lehnwort < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’).
  • Gliber Alpl (VI 841), Gliber Alm/Gut/Hube (AHB, V*) wie vor.
  • Glieberbressla (IV*) → Glieber u. Bresla.
  • Glocknerblick (IV*) Gaststätte.
  • Glocknerwand (AHB, K 17) nach dem Groß- oder Kleinglockner so benannt (→ Großglockner).
  • Glödis (III*, AHB, K 17) < frühslowenisch *glodišće ‘Ort, der vom Wasser zernagt ist’ (zu slowenisch glodati ‘nagen’), doch lautlich schwierig; lautlich wahrscheinlicher und wortbildungmäßig möglich ist der Ansatz *glodež  mit ähnlicher Bedeutung (allerdings bezeichnet das Wort glodež auch mythologische Wesen).
  • Glödiskees, -spitz, -törl (III*).         
  • Glor (II 293, K 4 u. 8), amtlich auch Glor-Berg, urkundlich 1299 Anglar, 1428 Angular, < romanisch angulare ‘im Winkel gelegen’. – Auch das benachbarte → Ködnitz hat die gleiche Bedeutung, beide Namen übersetzen einander.
  • Glorackerle, -anger (AHB).
  • Glorer (Glarer) Bach/Gut/Hochwald/Hube/Hütte/Wald (AHB, II*).
  • Glorergärten, -gartenalm (II*).
  • Glozes (III 466) < romanisch glacies ‘Eis’.
  • Knappengraben (VI 842), -(träger)köpf(e) (I 97).
  • Knappenkopf (I*), -loch (II*, IV 653, VI 843), -löcher, -trog (I*).
  • Knaudl (I 98) zu mundartlich knaudl ‘Felshöcker, rundlicher Felskopf’.          
  • Knopf † (IX 59) Lagename nach einer Felsformation; Knopf ist ein altes mundartliches Wort für ‘Fels(turm), Felsstück’; die Knopfbrücke hat ihren Namen nach diesem ehemaligen Hof, der nach einem heute nicht mehr vorhandenen Felsstück benannt war.
  • Knopf Acker/Ackerle/Feld/Gut/Haus/Tal/Wiese (AHB).
  • Knopf(brücke) (III 467, V 785, AHB) → vor.
  • Goanetschemp (III 468) wohl Kompositum aus romanisch cornu (oder cornaciu) ‘Horn’ + campus ‘Feld’.
  • Góatasle (I 70) viell. zu romanisch acutus ‘spitzig, scharf’.
  • Kochhütte (VI 844) dort wurde gekocht (nicht nach einem Familiennamen oder Hofnamen).
  • Gode (AHB, OP II 287) urkundlich 1563 Im Goda (diese Schreibung entspricht der Lautung [kṓde] besser als → Geude) < romanisch coda ʻStreifen kultivierten Terrainsʼ (< lat. cauda ʻSchwanzʼ).
  • Godenle (AHB).
  • Gödl, Gödl (Oberes/Unteres) (AHB).        
  • Ködnitz (II 294, K 4 u. 8), altslowenisch kotnica (< slawisch *kǫtьnica) ‘Gegend im Winkel bzw. Winkelbach’ zu slawisch *kǫtъ ‘Winkel’, slowenisch kot; vgl. den bedeutungsgleichen Nachbarort Glor (urkundlich 1299 Anglar, 1428 Angular, 1500 erstmals Glar, 1545 erstmals Glor < romanisch  angulare ‘im Winkel gelegen’).
  • Ködnitzalm, -bach, -kees, -tal (AHB, II*).
  • Ködnitzer Greid (III 469) zu vor. bzw. zu mundartlich Greid ‘Gereut’.
  • Köfele (VIII 965) Diminutiv zu vor.
  • Kofelkopf (IV 654), -wiese (IV*) Kompositum aus folg. + Kopf (→ Köpflan) bzw. Wiese.        
  • Kofl(er) (IX 60, AHB), Kofler Gut (AHB) zu deutsch Kofel (Lehnwort < romanisch *cubulum ‘(überhängender) Felsen, Höhle’).
  • Koflent (II 295) < romanisch confluentes ‘zusammenfließend’.
  • Gogewischwald (VII 913, AOK) Vorderglied wohl zu slowenisch kokava / kukava ‘stei­­nige, unfruchtbare Gegend; Schlucht, Gestrüpp’, auszugehen von slawisch *kokavišće.
  • Kohlgrube (IV 655), -wald (AHB) wohl zu mundartlich kol / köll ‘Bächlein, Quelle’.
  • Kohwald (I 99) zu mittelhochdeutsch kobe ‘Hütte’.
  • Gol (VIII 966) zu slawisch golъ ‘kahl’.
  • Goldenoa (II 296) wie Guldanoa.
  • Goleföid (III 471) Kompositum < romanisch collis ‘Hügel’ + feta ‘Tier, das geworfen hat; Lamm’ (eventuell auch vitellus ‘Kalb’).
  • Golehút (II 297, IV 657), Golehutgraben (IV*) wahrscheinlich romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’, eventuell auch slawisch golъ ‘kahl’ + Hut im Sinne von ‘Hutweide’.
  • Gölehut (I 191) wie vor.
  • Golemizíl (I 71, K 17) ‘Mitterberg’ (< collis medialis o.ä.).
  • Goll (AHB) < romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’.
  • Gollalm (VII 914) → Gollspitz.
  • Gollat (AHB, AUN, PL), auch Gelat (II*), Aussprache [gǝlō´t] < romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’ (+ -ottu).        
  • Koller † (IX 61) Wohnstättenname zu → Goll.
  • Koller Gut/Leger (V 786, AHB) d.i. Gut bzw. mundartlich Leger ‘Lagerplatz für das Vieh auf der Alpe, Weide’ des vlg. Koller (wie vor.).
  • Goller Rotte (IV*) Ortsteil von Großdorf  (eine der vier „Rotten“, → -rotte).
  • Gollifeld (AHB).
  • Golisell (AHB) wegen urkundlich 1299 Colosert wohl nicht so zu deuten wie folg., daher wohl romanisch collis ‘Berg, Hügel’ + *serratoriu ‘steiler Weg in Bergwiesen’.      
  • Golliseller (II 298, IX 31, K 15) Lagename (wie deutsch Bichler bzw. Pichler) zu romanisch collicellu ‘Hügelchen, Bichl’.
  • Golliseller Bach/Bannwald/Gut/Haus/Hube/Wald/Wiese(AHB, II*).
  • Gollspitz(e), -wiese (VI 845, K 17, AHB) enthält entweder romanisch collis ‘Berg, Hügel’ oder ist ein ‘Kahlenberg’ (von slowenisch gol ‘kahl’).
  • Golz (die); Hintere/Obere Golz (I 72, II 299, K 16, AOK, PL) eher < romanisch collis ‘Hügel’, weniger wahrscheinlich zu slowenisch golica ‘Kahlenberg’ oder golec ‘kahle Stelle o.ä.’.
  • Golzalm, -wiese (AHB).
  • Gölzl (AHB) wohl Diminutiv zu → Golz.
  • Köpflan (IV 656) Diminutiv zu Kopf mundartlich ‘Bergkopf, -spitze’.
  • Gorgasalm (III 470) = ‘Alm des vlg. Gorgasser’ (→ folgt).      
  • Gorgasser (IX 32), Gorgasser Gut/Knopf (AHB, VI*) mit einer Kurzform zum Personennamen Georg zusammengesetzt zur Unterscheidung von Gasser.       
  • Gori (AHB).
  • Gorndaber (IV 658) Kompositum aus folg. und → Daber.
  • Gorner (V 787, K 17) auch Guarner, wie Granatspitz eine Ableitung von romanisch cornu ‘Horn’ (+ -aria).
  • Gorneralm, -grube, -leiten (V*) zu vor.
  • Göschemezaun (IV 659) viell. < romanisch costa (wie vor.) + medianus ‘in der Mitte befindlich; mittel(groß)’.
  • Göscht (III 472, IV 660, ARN, PL) wie Kost.
  • Göschtbachl (I 73) wie vor.
  • Göschtegge (II*) wie vor.
  • Göschteloi (III 473, ARN, PL) < romanisch *costellaria zu costa (→ Kost).
  • Gössnitzfelder, Gössnitzfeldscharte (II 300, AHB) nach dem Hydronym Gößnitz (< slawisch *kozьnica ‘Ziegenbach’).  
  • Gost [köš] (VI 846) zu slowenisch gošča(va) ‘Dickicht, dichtes Gestrüpp’ (wegen der Aussprache kaum zu romanisch costa ‘Seite, Rippe; Bergvorsprung’).
  • Kost (II 301) < romanisch costa ‘Seite, Rippe; Bergvorsprung’.
  • Got (I*) [kot], vielleicht zu slawisch *kǫtъ ‘Winkel’, slowenisch kot.
  • Gowen (VIII 967) vgl. slowenisch govne ‘Schafweide’.
  • Gradalfe (I 74, II 302, K 16) = romanisch croda alba ‘weißer Felsen’.
  • Gradalfile (V 788) Diminutiv zu vor.
  • Gradendera (II 303) wohl < romanisch croda (+ -one) dura ‘großer harter Felsen’.
  • Gradetzbach (I 75, K 16 u. 18), geschrieben meist Gradötz-, kommt vom Berg Gradötz [kradéts, älter kredṓtse] herunter, der auf romanisch crodacia ‘hoher Felsen’ (zu croda ‘Felsen’) beruht.
  • Gradetzkogel (IV 661) wie vor.
  • Gradetzl(AHB) wohl Diminutiv zu → Gradetz-.
  • Gradoi(AHB).
  • Gradötz  → Gradetz-        
  • Gradotze(r) † (IX 33) Lagename zu vor.
  • Gradozenfelder (IV 662) wie vor.
  • Kral (III 474) viell. zu mundartlich krāl ‘Kräuel’ (ein Ackergerät).      
  • Kramer (AHB). auch Krämer (IX 62, K 15) Berufsbezeichnung.
  • Kramer Brücke/Leite/Wiese (AHB, II*).
  • Gramúl (I 76, II 304, K 17),  slawischer Herkunft, zu slowenisch krmol, krmulja ‘Felsvorsprung, Anhöhe’ oder grmulja ‘Haufen, Klumpen’ (letzteres möglicherweise romanisches Lehnwort).
  • Granatspitz(e) (I 77, K 17) urkundlich Garnall-kofel, entweder verschrieben für Garnatt- zu romanisch cornotum ‘großes Horn’ oder cornatu ‘gehörnt’ (vgl. cornu ‘Horn’) oder ein später umgebildeter, auf romanisch cornellu ‘(kleines) Horn’ beruhender Bergname.
  • Granaz(AHB).
  • Kranzkögele, -bichl, -wand (IV 664) zu Kranz (mundartlich auch ‘Wacholder’).
  • Gräpitz, Grapiz(AHB).
  • Krapfl (AHB).    
  • Gratz (IX 34, K 15) Kurzform zum Personennamen Pankratius.
  • Gratz Ackerle/Garten/Gut/Brücke/Wiese/Winkel(AHB, II*, IV*).
  • Gratzlaub (I 78) = ‘Wald des Gratz’ (→ vor.), mundartlich Laub ‘Laubwald’.
  • Graue Böden (I*), Graue Scharte (I 79, IV 663).
  • Grauer Schimme(l) (I 153, K 17) dieser Name enthält ein romanisches Wort für ‘Buckel, Höcker’, nämlich gimbus; der Berg ist ein ‘düsterer, grauer Kopf’, der Anschluss an deutsch Schimmel ist reine Phantasie (→ Schimme).
  • Graues Tal (II*), Törl (I 80).
  • Graunitz (VIII 968) wohl zu slowenisch grbavina ‘Unebenheit, Erhöhungʼ (+ -ica, etwa ‘höckerige, buckelige Flur’).
  • Gravoarsch (II*) zu romanisch gravariu (+ -s, Plural) ‘Mureʼ (zu vorröm. *grava ‘Kies, Flussgeschiebe, Geröll’).
  • Gredale (Unter-) (II 305) wahrscheinlich romanisch croda ‘Felsen’ + aqualis ‘Wassergraben, Bach’, also etwa ‘Felsbach’.
  • Gredales (III 475) wohl wie vor. (+ -s, Plural?).
  • Gredolfe (II 306) wie Gradalfe.
  • Greibichl (II*) → Greiwiesen.
  • Greid (II 307) zu mundartlich grait(ε) / krait(ε) ‘neugerodete Wiese’ (< Gereute).
  • Greidecke, -palfen, -steig (II*, III 476, AHB) Kompositum aus vor. + → Eck bzw. → Balfen bzw. Steig. – Möglich ist bei Greidpalfen auch eine umgeformte Tautologie romanisch croda (→ Grad-) + *palva (→ Balfen).
  • Greidtal (III 477) d.i. ‘das Gereut-Tal’.       
  • Greil (IX 35, K 15) Übername, zu Greuel.
  • Greilkofel(AHB).
  • Greitboden (VII 915) wie Greid.
  • Greitl(e) (VI 847, AHB) Diminutiv zu Greid.
  • Greitlen (III 478) Diminutiv (Plural) zu → Greid.
  • Greiwiesen (II 308, K 16) zu slawisch krajь ‘Rand, Gegend, Ende’ (vgl. Groje).
  • Gremúl (II 304, K 17), auch Gramúlkopf → Gramúl.
  • Krenzle (II 309) ‘Kränzlein’ (→ Kranz-).
  • Kreuz (VI 848, VIII 969).
  • Kreuzacker(le), -eck (IV 666, VI 849, AHB).
  • Kreuzspitz(e) (VIII 970, AHB).
  • Kreuzwand(spitz(e)) (I 100).
  • Gri(e)denkarköpfe (II 310) das Gri(e)denkar ist ein ‘felsiges Kar’, zu romanisch *creta ‘Fels(spalte, -riss)’ (vgl. furlanisch cret(e), + deutsch Kar u. Kopf).   
  • Gridling† (IX 36), Gridling Hube(AHB) unklar. 
  • Gries(AHB), auch Grieß (I 81) mundartlich Grieß ‘Sand, Kies’.
  • Griesackerle(AHB).
  • Krines (AHB).
  • Kristalleck (III 479) → folg.
  • Kristallkopf (K 17) wohl zu Kristall (romantisierende Benennung).
  • Kristallspitz(e) (IV 667) wie vor.
  • Kristallspitzl (I 101) wie vor. oder zu folg.
  • Kristallinscharte (II 311) zu romanisch crystallum  ‘Kristall’ + -ina.   
  • Kristner (IX 63) zum Personennamen Christian.
  • Gritlwiese(AHB).
  • Gritschitz(AHB) zu slowenisch grič ‘Hügel, Steile, Anhöhe’ (+ -ica, etwa ‘steile Flur’).
  • Grodamol(wand) (II 313, AHB) viell. < romanisch croda mala ‘böser Felsen’.
  • Grodawald (II 312) wie folg.
  • Grode(AHB) zu romanisch croda ‘Felsen’.       
  • Groder  (IX 37) Lagename, zu romanisch croda ‘Felsen’.
  • Groder Bach/Ebne/Eck/Gut/Hube/Trog/Wald, Groders (II 314, II*, AHB) zum Hofnamen Groder (→ vor.).
  • Grodertrog (II 315) wie vor.
  • Grodes (Am) (I 82) wohl romanisch crodas Plural ‘Felsen’ oder croda  + -acia wie folg.
  • Grödes (VI 850) zu romanisch croda ‘Felsen’ + -acia oder Plural wie vor.
  • Grodes (Mittlere/Obere) (AHB) wie vor.
  • Grödes(AHB) wegen urkundlich 1787 Graides wohl wie → Greid.
  • Grodimolwald (II 316) wie Grodamol-.
  • Gröites (III 480) wie → Gradötz.
  • Groje (III 481, K 16), Äußere Groje (AHB), Lange Groje (AHB) zu slawisch krajь ‘Rand, Gegend, Ende’; statt Groje heute meist March ‘Grenzgebiet, -zeichen’ (semantisch ähnlich slawisch krajь, vgl. Greiwiesen).
  • Grojele (AHB) wohl Diminutiv zu vor.
  • Grojstein (AHB) wohl zu → Groje.
  • Kröpfl (AHB).
  • Großacker(l) (AHB).
  • Großanger (AHB).
  • Großdicker Boden (IV 668) → Kleindicker Boden.      
  • Großdorf (K 12) urkundlich 1256 in villa maiori, 1428 im Darff, 1746 erstmals im grosen Dorff; der (heutige) Hofname Figer, urkundlich 1307 Zefig (< romanisch sub vico ‘unter dem Dorf’), 1428 Fyger, weist darauf hin, dass Großdorf einst *Fig (< romanisch vicus ‘Dorf’) geheißen haben dürfte. Die Bezeichnung Großdorf (das wäre romanisch Vicone > Vigaun wie z.B. in Salzburg) ist jedoch urkundlich nur als villa maior ‘größeres Dorf’ bezeugt und relativ jung, einst hat es – wie die urkundlichen Belege zeigen – Dorf geheißen; auch der ehemalige Gemeinbesitz von Kals-Großdorf wird Dorfer Alm (mundartlich [dórfǝr å´lwe], amtlich Dorfer Tal) und nicht Großdorfer Alm genannt (→ Hofnamen Figer u. Zöttl). – Zu Großdorf gehören auch vier „Rotten“ (= mehrere Häuser umfassender abgelegener Teil einer Ortsgemeinde): → Bacher-, Goller-, Prader-, Taurerrotte.
  • Große Steine (IV 669).
  • Große Stiege (II 318).
  • Große Wand (AHB).
  • Große Zelense →  Zelense (Große, Kleine).
  • Großglockner (K 17) mundartlich und umgangssprachlich meist nur der Glockner genannt, höchster Berg Österreichs und somit auch Osttirols (3.798 m), oft ‘der König’ genannt; östlich vorgelagert, durch die Obere Glocknerscharte (3.766 m) getrennt, liegt der Kleinglockner (3.783 m). Erstnennung beim Kartographen Wolfgang Lazius (1561) Glocknerer, die erste urkundliche Erwähnung des Bergnamens als Glogger stammt aus dem Jahr 1583 in einer Grenzbeschreibung des Gerichtes von Kals; im 16./17. Jhdt. Glogger neben Gloggner, auf Karten Glockner Mons und Glockner Berg; der Zusatz Groß- erst seit den Berichten von der ersten Glocknerexpedition von 1799 belegt. – Nach E. Kranzmayer so benannt entweder wegen seiner Ähn­lichkeit mit einem Glocken­turm (romanischen Stiles) oder wegen seiner glocken­ähnlichen Form, die früher (zur Zeit des Höhepunktes der Ver­gletscherung) wohl aus­geprägter war als heute (ähnliche Namen auch im Arlberggebiet [Glogger] u. in der Granatspitz­gruppe [Glocken­kogel]). K. Finsterwalder weist darauf hin, dass mit Gloggner das Glocken tragende Rind u. Schaf auf den Almen bezeichnet wurde (dazu die beiden mundartlichen Bezeichnungen gloggêb ‘Leithammel, -schaf’[< Glock + Happ ‘Stück Vieh, v.a. Kleinvieh’], gloggnkue ‘Leitkuh’ [< Glockenkuh]), nicht aber ein Glockenturm. Daher sei eher von Glogger in der Bedeutung ‘Eisglocke’ auszugehen.
  • Grube (AHB) → Gruebe.
  • Grubis- (AHB), Grubestale (III 482) unklar.
  • Gruebe (II*, III 483), auch Grube  (AHB) d.i. mundartlich ‘Grube’.
  • Grübl (IV 670) Diminutiv zu vor.
  • Krummes Tal (V 789).
  • Krumpestal (III 484) d.i. mundartlich ‘krummes Tal’.
  • Grünbödele (VIII 971).
  • Grund (Im) (I 83) = ‘auf dem Talboden’.
  • Grund (Unterer) (AHB).
  • Gründl (AHB).
  • Grünebene (V 790), Grünebnetal (V*).
  • Grüner Kopf (I*). 
  • Grünes Riesle [s griǝne rīsle] (III 485) die III 485 angebotene Deutung trotz erhobener Aussprache [-ī-] wahr­scheinlich unrichtig, wohl gemeinsam mit → Feuer Rießle, → Tembler Riesle u. → Mühlenriesle zu deuten (alle vier Fluren liegen nahe beieinander und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass hier 4 Riesen ‘Holzgleitbahnen’ neben­einander in umittelbarer Nähe bestanden haben).
  • Gschlenda (III 486) unklar.
  • Gschlendere (I 319) unklar.
  • Gschlöß (IV 671, PN) bisherige Deutung ʻzu einem Landhaus bzw. zu einem Schloss gehörige Flurʼ unwahrscheinlich, eher zu slawisch želězo ʻEisenʼ (unterhalb des Muntanitzkeeses wurde Eisen gewonnen und über das Matreier Törl ins Iseltal befördert).
  • Gschlößwald (IV*).
  • Gschwandle, Gschwandlanbrücke (II*) zu mundartlich gschwent ʻSchwend­rodungʼ.
  • Gstraun(bach) (I 84, AHB, ARN) zu romanisch *castrōne ‘kastrierter Schafsbock’ (eigentlich ein deutscher Gewässername mit Lehnwort aus dem Romanischen).
  • Guarner (K 17) → Gorner.       
  • Kuenzer (IX 64) zum Personennamen Kuonze (von Kuno).
  • Kuenzer Alm/Gut/Hube (II 320) = ‘Alm des vlg. Kuenzer’ (→ vor.).
  • Kuenzer-Blas → Blas (Kuenzer-, Joch-).
  • Kugelate Wand (I*).
  • Kuhleite, -steig (III 487, AHB).
  • Guldanoa (I 85, PL) < romanisch col(lis) ‘Berg, Hügel’ de area (‘Lagerplatz des Viehs’).
  • Gumenól (II 321, PL) < romanisch communale ‘der Gemeinde gehörig’ (mit unklarer Wortbildung).
  • Gummeredle (IV 672, PL) wohl wie vor.
  • Gunterenot (VI 851) ähnlich wie vor. (mit unklarer Wortbildung).
  • Guntranaz (I 86) zu romanisch *controne ‘gegenüberstehend’ + -aciu/-acia.
  • Guntschemenol (II 322) viell. < romanisch concha ‘Muschel; runde bzw. ovale Einsenkung im Gelände’ + in labinale ‘im Lahner’.
  • Kyrieleis (Auf) (I 102) zu kyrie eleison ‘Herr erbarme Dich!’ auf Grund der Volksfrömmigkeit.